Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik gemäß § 234 i Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und Offenlegung nach der Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Offenlegungsverordnung)

Das ZLF VVaG hat als Pensionskasse gemäß § 234 i des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) eine Erklärung zu den Grundsätzen seiner Anlagepolitik gegenüber der Aufsichtsbehörde abzugeben, diese öffentlich zugänglich zu machen und sie spätestens nach drei Jahren zu überprüfen. Als Finanzmarktteilnehmer i. S. d. Art. 2 Nr. 1 Buchst. c der Verordnung (EU) 2019/2088 (nachfolgend: VO) hat das ZLF VVaG zudem Informationen zu seinen Strategien zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken bei seinen Investitionsentscheidungen auf seiner Internetseite zu veröffentlichen (Art. 3 Abs. 1 der VO).


Allgemeine Informationen zum ZLF

Das ZLF ist eine Pensionskasse in der Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) und hat als gemeinsame Einrichtung der Tarifvertragsparteien i. S. d. § 4 Abs. 2 Tarifvertragsgesetz den Zweck, den Arbeitnehmern in der Land- und Forstwirtschaft sowie ihren Hinterbliebenen zusätzlich zu der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung eine Geldleistung (Beihilfe) zu gewähren und damit ihre Gesamtversorgung bzw. Hinterbliebenenversorgung zu verbessern. Die Leistungen des ZLF werden durch die Beiträge der Arbeitgeber finanziert. Die Höhe des Beitrags und der Leistungen ist in den Tarifverträgen über die Zusatzversorgung der Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft nominal festgeschrieben und kann vom ZLF selbst nicht geändert werden.

Die Auszahlungen für Leistungsfälle des ZLF überschreiten seit Jahren die Beitragseinnahmen. Da diese zusammen mit den Kapitalerträgen und dem vorhandenen Deckungskapital nicht ausreichen, um allen Berechtigten die Beihilfe im vollen Umfang lebenslang zu gewähren, wird in den Tarifverträgen über die Zusatzversorgung der Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft vom 28.02.2000 bei den Leistungen des ZLF zwischen einem unbefristeten und einem befristeten Teil unterschieden. Der unbefristete Teil der Leistungen in Höhe von 39,48 % wird nach den Allgemeinen Versicherungsbedingungen lebenslänglich und der befristete Teil in Höhe von 60,52 % bis zum 31.12.2023 gezahlt.

Das nicht ausreichende Deckungskapital sowie die anhaltende Niedrigzinsphase, die es erschwert, beständig einen Kapitalertrag zu erwirtschaften, um die Leistungen auf Dauer zu 100 % weiter zahlen zu können, werden von den land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden u. a. als Grund dafür angeführt, dass sie Ende 2019 die bestehenden Tarifverträge mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 gekündigt haben. Die gekündigten Tarifverträge wirken nach. Dies bedeutet, dass sie für alle Beschäftigungsverhältnisse, die am 31.12.2020 bestanden haben, über diesen Zeitpunkt hinaus so lange weitergelten werden, bis sie durch eine neue Vereinbarung ersetzt werden.


Ziel der Anlagepolitik

Ziel der Anlagepolitik des ZLF ist es, mit den Beiträgen der Arbeitgeber und dem vorhandenen Kapital so zu wirtschaften, dass die von den Arbeitgebern über die Tarifverträge gegebenen Leistungszusagen dauerhaft erfüllt werden können.

Die Kapitalanlagestrategie ist darauf ausgerichtet, möglichst hohe Erträge zu erwirtschaften, ohne dabei unangemessene Risiken einzugehen und gleichzeitig sicherzustellen, dass das ZLF zu jeder Zeit über genügend freies Kapital verfügt, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Das jährliche Renditeziel besteht in der Erwirtschaftung eines Kapitalertrags, der über dem Rechnungszins liegt.


Beschränkungen

Das ZLF ist eine von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) regulierte Pensionskasse. Die Anlage des Sicherungsvermögens erfolgt nach den qualitativen und quantitativen Vorgaben der Anlageverordnung für Pensionskassen, Sterbekassen und kleine Versicherungsunternehmen. Darüber hinaus gilt die für das ZLF intern aufgestellte Richtlinie für die Anlage und Verwaltung der Vermögensbestände (Kapitalanlagerichtlinie).


Vermögensverwaltungsstil und strategische Allokation

Die Zusammensetzung der Kapitalanlagen des ZLF richtet sich nach den allgemeinen Anlagegrundsätzen des § 124 VAG, der Anlageverordnung sowie den hierzu ergangenen Richtlinien der BaFin. Nahezu das gesamte Aktivvermögen ist in einen Investmentfonds (Spezial-AIF) mit festen Anlagebedingungen im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuchs angelegt. Der Fonds ist in Segmente, die unterschiedliche Anlagekonzepte verfolgen, unterteilt und wird von aktiven Fondsmanagern verwaltet.

Die Art der Vermögenswerte, in die investiert werden darf, die Grenzen der Zusammensetzung der Kapitalanlagen unter Berücksichtigung der Wirtschaftsräume, Länder, Märkte, Sektoren und Währungen sowie die Art der Techniken, die für die aktiv gemanagten Segmente eingesetzt werden dürfen, ergeben sich aus den mit der Kapitalverwaltungsgesellschaft vereinbarten Anlagebedingungen sowie den jeweiligen Anlagerichtlinien. In diesem Rahmen obliegt die Auswahl der einzelnen Vermögensgegenstände dem Fondsmanagement. Angelegt wird in Aktien, Investmentanteile und andere Wertpapiere.

Das Kapital im nicht aktiv verwalteten Anlagesegment setzt sich im Wesentlichen aus Namensschuldverschreibungen, Schuldschein- und Darlehensforderungen, Inhaberschuldverschreibungen sowie anderen festverzinslichen Wertpapieren zusammen. In diesem Segment werden alle Wertpapiere bis zur Endfälligkeit gehalten. Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren wird sich wegen der unzureichenden Verzinsung aufgrund der Niedrigzinsphase reduzieren.


Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Anlagepolitik

Aufgrund der durch die Leitzinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank geschaffenen Bedingungen sind die Möglichkeiten, Kapital festverzinslich und damit sicher zu einem angemessenen Ertrag anzulegen, sehr begrenzt. Der Auswahl ertragsstärkerer Anlagen im nicht festverzinslichen Bereich kommt daher umso größere Bedeutung zu. In der Vergangenheit fehlten bezüglich der Definition von Nachhaltigkeitskriterien einheitliche Maßstäbe auf EU- und Bundesebene, um eine Anlagestrategie zu implementieren. Unter den zuvor genannten schwierigen Rahmenbedingungen stehen weiterhin finanzwirtschaftliche Ziele im Vordergrund. Dennoch wurden bereits in den letzten Jahren bei der Vergabe neuer Mandate auch ökologische, soziale und die Unternehmensführung betreffende Belange (ESG-Kriterien) bei den Anlageentscheidungen im Fonds mit berücksichtigt. Dabei sind je nach Asset Manager Governancethemen hinsichtlich der Unternehmensführung und Stimmrechtsvertretung, Ausschlusskriterien für einzelne Branchen (z. B. Rüstung, Kohle, Atomkraft) und ideelle/ethische /betriebliche Wertschöpfung zentrale Bestandteile der jeweiligen Investmentansätze. Eine eigene ESG-Strategie bzw. festgelegte einheitliche Nachhaltigkeitskriterien für den Masterfonds existieren beim ZLF derzeit nicht, auch um die Leistungsfähigkeit und die Ergebnisse der individuellen Investmentprozesse der einzelnen Asset Manager mit deren ESG-Ansätzen optimal im Sinne des ZLF nutzen zu können. Zudem wird im Fonds selbstverständlich das UN-Übereinkommen über Streumunition umgesetzt. In Wertpapiere von Unternehmen, die solche Waffen produzieren, werden keine Investitionen getätigt. Dies wird seitens der Master-KVG fortwährend kontrolliert.

Der Fonds ist derzeit als konventionelles Produkt nach Art. 6 der Offenlegungsverordnung klassifiziert. Das ZLF kann mit dem vorhandenen Personal aufgrund der Vielschichtigkeit der Asset-Klassen nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen der Entscheidungen der Fondsmanager selbst nicht einschätzen. Daran wird sich auch in absehbarer Zukunft nichts ändern. Das ZLF ist bestrebt darauf hinzuwirken, dass die Fondsmanager bei ihren Anlageentscheidungen künftig weitere Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen und hierzu berichten.

In der Vergütung für den Aufsichtsrat und den Vorstand des ZLF VVaG sind keine Bestandteile enthalten, die das Eingehen oder Vermeiden von Nachhaltigkeitsrisiken unterstützen würden.


Risikobewertung, Risikosteuerung

Das Risikomanagementsystem des ZLF lehnt sich eng an die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen des VAG sowie die Rundschreiben und Verlautbarungen der BaFin an. Die wesentlichen Risiken werden im Rahmen einer jährlichen Risikoinventur in einem Risikoregister erfasst und qualitativ und quantitativ bewertet. Durch den Führungskreis Risikomanagement werden Entscheidungen über Maßnahmen zur Risikosteuerung getroffen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass dem ZLF nur ein eng begrenztes Risikobudget zur Verfügung steht.

Die Wertentwicklung der Kapitalanlagen wird laufend überwacht. Das wesentliche Risiko in den Kapitalanlagen besteht darin, den ermittelten Rechnungszins nicht zu erreichen. Zeigt die Entwicklung eines Segments im Fonds kein zufriedenstellendes Ergebnis, wird das Anlagekonzept hinterfragt und ggf. zusammen mit dem Fondsmanagement gewechselt. Bei seinen Entscheidungen hierzu wird der Vorstand von einem Anlageausschuss beraten. Die von der BaFin geforderten Stresstests und Prognoserechnungen werden durchgeführt.

Im Rahmen der Risikokommunikation erfolgt sowohl eine Berichterstattung an den Vorstand als auch den Aufsichtsrat. Bei Risiken mit hoher Bedeutung erfolgt eine Ad-hoc-Berichterstattung. Die Regelungen zur Organisation sind in einem Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Das Risikomanagementsystem ist Teil des internen Kontrollsystems des ZLF.


Überprüfung der Anlagepolitik

Eine Überprüfung der Anlagepolitik des ZLF ist grundsätzlich alle drei Jahre vorgesehen. Darüber hinaus wird die Anlagepolitik bei sich wesentlich verändernden Anlagebedingungen überprüft. Als solche sind insbesondere neue regulatorische Vorgaben sowie sich wandelnde Marktbedingungen anzusehen.


Überprüfung der Anlagepolitik

Diese Grundsätze der Anlagepolitik treten am 15.04.2021 in Kraft.

 

Graphik: Landschaftsaufnahme mit Logo der ZLA